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Halder gelingen Exits vor dem neuen Fonds

24.12.2004

Verkäufe an Axa und Equita – 150 Mill. Euro geplant

Börsen-Zeitung, 24.12.2004 wb Frankfurt – Der auf Eigenkapital für den Mittelstand konzentrierten Halder-Gruppe sind kurz vor dem Closing ihres neuen Fonds zwei Firmenverkäufe gelungen. Dabei greift das Private-Equity-Haus zu Secondary Buy-outs, verkauft also an den nächsten Finanzinvestor. Halder, seit 1983 aktiv, steht kurz davor, ihren neuen Fonds mit Zusammenschluss von 150 Mill. Euro zu schließen.

Halder konzentriert sich auf Deutschland und die Beneluxländer. Hier gehöre man zu den führenden Beteiligungsgesellschaften bei Buy-outs, sagt Paul De Ridder, einer der geschäftsführenden Gesellschafter. Man konzentriere sich auf den Mittelstand und begegne im Markt vor allem der Deutschen Beteiligungs AG, Bridgepoint oder 3i.

Halder hat jetzt ihre Beteiligung an Geka Brush GmbH an die Beteiligungsgesellschaft Equita veräußert. Geka wird als Spezialist für die Entwicklung und Produktion hochwertiger Verpackungen für flüssige Farbkosmetik bezeichnet. Der Preis wird nicht genannt. Zuvor hatte Halder ihre Anteile an Gealan, einem Hersteller von PVC-Fensterprofilen, an von Axa Private Equity beratene Fonds veräußert. Halder beteiligt sich hier mit einem geringen Betrag an der neuen Gesellschaft mit 10 %.

Wie De Ridder sagt, steht Halder kurz vor dem Closing des neuen Fonds im Volumen von 150 Mill. Euro. Man investiere in Nachfolgelösungen, Spin-offs und Expansion in Unternehmen mit positiver Ertragslage und Umsätzen zwischen 20 Mill. und 200 Mill. Euro, die selbständig von einem unabhängigen Management geführt werden. Das Management sei stets beteiligt. Bei Buy-outs könne das Transaktionsvolumen bis 125 Mill. Euro betragen. Halder gehört zu der seit 1997 börsennotierten belgischen Beteiligungsgesellschaft GIMNV aus Antwerpen. Mit ihrem eigenen Portfolio und den Fonds-Aktivitäten für Dritte managt GIMNV mehr als 1,2 Mrd. Euro (Ende 2003). Seit der Übernahme durch GIMNV investiert Halder aus der Bilanz der Mutter, die stark in Venture Capital, bei IT und Life Science sei. Das kumulierte Investitionsvolumen von Halder betrage über 300 Mill. Euro.

Seit dem Einstieg von Halder steigerte Geka Brush die Erlöse von 39 Mill. Euro 1999 auf 58 Mill. Euro 2004. Bei Gealan war Halder seit 2002 dabei. 2003 setzte Gealan 122 Mill. um, 2001 noch 78 Mill. Euro.

Equita ist seit 1990 über von ihr gemanagte Fonds an mittelständischen Unternehmen im deutschsprachigen Raum beteiligt. Neben der Familie Harald Quandt stellen weitere private und institutionelle Investoren Eigenkapital im Mittelstand zur Verfügung. Insgesamt verwaltet Equita ein Fondsvolumen von über 300 Mill. Euro (vgl. gesonderten Bericht). Axa Private Equity schließt mit Gealan ihre fünfte Beteiligung in Deutschland binnen zwei Jahren ab. Erworben wurden Tetra, Profil, BdW und Alukon. Investiert wurden mehr als 250 Mill. Euro in Deutschland.

Geka Brush und Gealan sind weitere Beispiele für das schnell wachsende Segment der „Secondary Buy-outs“ auch im Mittelstand. Es stelle für mittelständische Unternehmen eine attraktive Alternative zur Börse dar und biete gleichzeitig den Beteiligungsfonds die Möglichkeit zur Realisierung von Wertsteigerungen.

Quelle: Börsen-Zeitung