MBO@Halder

Fonds: Halder-GIMV Germany II

17.6.2013

Deal-Flow steigt auf Vorkrisenniveau

Bisher verlief der Aufbau des Portfolios langsam, da dem Markt nach der Krise von 2008/09 geeignete Zielfirmen und vorübergehend auch Finanzierungen fehlten, andererseits war die Bewertung von Unternehmen oft nicht realistisch. Die verstärkte Entwicklung neuer Beteiligungsmöglichkeiten führte den Deal-Flow wieder auf das Vorkrisenniveau und zur Beteiligung an Helmut Klingel. 2013 ist ein steigendes Investitionsvolumen zu erwarten.

Portfolio: Spuren der schwachen Konjunktur in Europa

Bei insgesamt ungünstiger Entwicklung der europäischen Wirtschaft blieb das Geschäftsvolumen der Portfoliofirmen 2012 unter dem Vorjahreswert, das Betriebsergebnis (EBITDA) erreichte wieder das Niveau von 2011. Die Nettofinanzverbindlichkeiten wurden mit sechs Prozent deutlicher abgebaut als geplant.

Die strategischen Ziele von CCN sind: Verbreiterung der Kundenbasis, Einrichtung eines Produktionsstandorts in Asien und Entwicklung von Know-how bei neuen Materialien zur Leistungssteigerung von Abgasturboladern. Auf diesem Weg hat der Hersteller von Präzisionsteilen für Turboladersysteme gute Fortschritte gemacht: Wichtige neue Marktteilnehmer haben Aufträge erteilt, im zweiten Quartal 2013 wird die Fertigung in der Nähe von Schanghai anlaufen und es wurden erste Prototypen für Bauteile aus Titan-Aluminium hergestellt. Das operative Geschäft war vom Rückgang des europäischen Automobilabsatz‘ belastet. Die Fahrzeughersteller und ihre Zulieferer reagierten mit einem Lagerabbau und der Verschiebung von Aufträgen auf die negative Marktentwicklung. Umsatz und Betriebsergebnis von CCN lagen daher unter dem Niveau von 2011.

Zu den wesentlichen Einflussfaktoren für das Geschäft von Gealan, einem Hersteller von Kunststofffensterrahmen, gehört die Entwicklung von Baukonjunktur und PVC-Preisen. Die Bautätigkeit in West- und Osteuropa kühlte sich nach einem verhalten positiven Start im Jahresverlauf ab und bei nachlassender Nachfrage ging die Gesamtleistung leicht auf 220,7 Mio. € (224,1 Mio. €) zurück. Die Preise für PVC, den wichtigsten Kostenfaktor des Unternehmens, blieben unerwartet hoch und belasteten das Betriebsergebnis. Um den Einfluss der Rohstoffpreise zu reduzieren, hat Gealan den Ausbau seiner Recycling-Kapazitäten beschleunigt. Die 2011 eingeleiteten strategischen Qualitäts- und Innovations-Initiativen wirken sich positiv aus: Mit zusätzlichen Baureihen und Ausstattungsmerkmalen wurden deutlich mehr Neukunden gewonnen, die 2013 ganzjährig zum Geschäft beitragen werden. In Russland, einem der wenigen Wachstumsmärkte in Osteuropa, wird eine intensivere Marktbearbeitung vorbereitet.

Die neue Beteiligung Helmut Klingel ist einer der wenigen unabhängigen Lieferanten von hochwertigen Komponenten für Zahnimplantate. Weitere Schwerpunkte im Geschäft dieses Spezialisten für die feinmechanische Bearbeitung schwer zerspanbarer Materialien – z. B. Edelstähle und Titan – sind Bauteile für die Mess- und Regeltechnik sowie andere medizintechnische Anwendungen. Das Unternehmen ist auf Kunden in Wachstumsmärkten wie der Dentaltechnik ausgerichtet, denen hohe Liefertreue und Flexibilität für ein aktives Portfolio von mehreren Tausend Präzisionsteilen geboten werden. Wachstum wird in erster Linie aus dem Ausbau von Marketing und Vertrieb entstehen – damit sollen neue Kunden in Kernarbeitsgebieten, benachbarten Marktsegmenten und im europäischen Ausland gewonnen werden. 2012 erreichte Klingel einen Umsatz von 24,2 Mio. € (24,0 Mio. €).

Bei KEYMILE, einem Anbieter von Zugangs- und Übertragungssystemen für Datennetze, ging das Geschäftsvolumen nach dem sehr deutlichen Anstieg im Vorjahr auf 112,7 Mio. € (121,1 Mio. €) zurück. Wesentlicher Grund für diese Entwicklung war die Zurückhaltung bzw. Verschiebung von Investitionen bei neuen Kunden aus dem Telekomsektor – trotz der guten Positionierung des Unternehmens in Wachstumsmärkten wie Russland verläuft das Geschäft in diesen Ländern weniger kontinuierlich und bietet geringere Planungssicherheit als in etablierten Industrieländern. Um gegenzusteuern, wurden vor allem Maßnahmen zur Stärkung von Marketing und Vertrieb eingeleitet. Durch wirksames Kostenmanagement konnte das Unternehmen sein Betriebsergebnis leicht verbessern.