MBO@Halder

Fonds: Halder-GIMV Germany II

18.6.2014

Drei neue Beteiligungen

Die verstärkte Direktansprache mittelständischer Unternehmen hat im vergangenen Jahr zu einem deutlich besseren Deal Flow bei Halder geführt und das Investment-Team konnte 2013 drei neue Beteiligungen abschließen: Aqua Vital (Wasserspender), Bottega Manifatturiera Borse (Luxushandtaschen) und Wback (Softbrötchen). Damit hat Halder-GIMV Germany II (HGGII) seit Auflegung mehr als 180 Mio. € investiert. Mit einem „Durchschnittsalter“ der sieben Beteiligungen von 16 Monaten ist das Fondsportfolio noch jung.

Aqua Vital bietet mit Wasserspendern eine Gesamtlösung zur Trinkwasserversorgung in Büros und Geschäftsräumen: Geräte, Installation und Komplettbetreuung auf Mietbasis. Kunden sind Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wie Behörden oder Schulen. Das Unternehmen expandiert vor allem bei fest mit dem Wasserleitungsnetz verbundenen Geräten stark. 2013 wurde der Vertrieb durch Weiterentwicklung von IT-Systemen und Verstärkung von Online-Aktivitäten ausgebaut. Um Wachstumschancen außerhalb Deutschlands zu nutzen, hat Aqua Vital in Österreich eine Vertriebsniederlassung eröffnet. Der Umsatz erreichte 2013 annähernd 20 Mio. € (Vorjahr: 18,7 Mio. €).

Qualitäts- und Innovationsinitiativen haben 2013 positive Beiträge zur Entwicklung von Gealan geleistet. Das Unternehmen hat den Absatz von innovativen PVC-Profilen für den Fensterbau um annähernd 30% erhöht, Innovationen waren auch ein wesentlicher Faktor für den deutlichen Ausbau des Geschäfts mit Neukunden. Die anhaltende Marktschwäche in Westeuropa ließ sich damit nicht ausgleichen. Die Gesamtleistung lag 2013 bei 216,1 Mio. € (Vorjahr: 220,2 Mio. €). Im März 2014 wurde die Übernahme von Gealan durch den Marktführer Veka bekanntgegeben, die u.a. noch unter dem Vorbehalt einer Genehmigung der Kartellbehörden steht. Der Zusammenschluss ist ein strategischer Schritt zur Marktkonsolidierung.

Helmut Klingel, der Spezialist für die feinmechanische Bearbeitung schwer zerspanbarer Materialien, erhöhte den Umsatz bei guter Ertragslage auf 26,7 Mio. € (Vorjahr: 24,2 Mio. €). Das Unternehmen hat 2013 mit der Erschließung neuer Anwendungsgebiete für sein Know-how in der Fertigung hochpräziser, komplexer Komponenten außerhalb des bisherigen Hauptmarktes Dentaltechnik begonnen. Mit dem wachsenden Neugeschäft wurde der Ausfall eines Großauftrags ausgeglichen, zusätzlich ist die Kundenbasis breiter und ausgeglichener geworden. Bei anhaltend guter Nachfrage hat Helmut Klingel die Planzahlen für die nächsten Jahre erhöht, neue Mitarbeiter eingestellt und die Anlageinvestitionen erhöht. Für den weiteren Ausbau der Fertigung wurde ein Nachbargrundstück erworben.

Entwicklung und Aussichten am Telekommunikationsmarkt bleiben schwierig. Bei Keymile, einem Anbieter von Zugangs- und Übertragungssystemen für Datennetze, lag das Geschäftsvolumen 2013 bei 102,3 Mio. € (Vorjahr: 112,7 Mio. €). Wichtige Telekomanbieter in etablierten und in osteuropäischen Wachstumsmärkten haben Projekte verschoben bzw. abgebrochen, dadurch war ein Teil der geplanten Umsätze nicht zu realisieren. Das Unternehmen hat die Erschließung neuer Marktsegmente und den Ausbau des Vertriebs eingeleitet, ohne den bisherigen Umsatzrückgang kompensieren zu können. Am Jahresende wurde Hytec Gerätebau übernommen, um mit Innovationen mehr Umsatz im Bereich Stromversorgung und Transport zu machen und so ein stärkeres Gegengewicht zum Geschäft im öffentlichen Telekomsektor zu schaffen.

An zwei hochmodernen Produktionsstandorten stellt Wback Softbrötchen für Hamburger und Hotdogs her. Hauptkunden sind die Systemgastronomie, der Lebensmittel-Einzelhandel und die verarbeitende Industrie. Die Strategie ist auf Großkunden mit hohen Stückzahlen ausgerichtet – die Produktionsleistung des Unternehmens liegt bei rund 600 Mio. Brötchen pro Jahr. Ein wichtiger Aspekt der Kundenbeziehungen mit der Systemgastronomie besteht darin, dass ein Teil der Branche ohne Lagerbestände arbeitet und kontinuierlich just in time mit Frischware beliefert wird. Aufgrund der steigenden Nachfrage aus diesem Sektor baut Wback die Produktionskapazität um rund 50% aus. 2013 erreichte der Umsatz 48,5 Mio. € (Vorjahr: 36,5 Mio. €), 2014 ist eine weitere Steigerung geplant.