MBO@Halder

Fonds: Halder-GIMV Germany II

13.5.2015

1 Beteiligung, 1 Add-on und 1 Exit

Im vergangenen Jahr hat Halder den Aufbau des Portfolios weitgehend abgeschlossen: Der MBO bei Amoena, einem Spezialisten aus dem Gesundheits- sektor, führte zu einer neuen Beteiligung und für Aqua Vital (Wasserspender) wurde der Mitbewer- ber revos zugekauft. Außerdem hat das Investment- Team eine Nachfolgelösung für die Gründer von PRAE-TURBO (Verdichterräder für Abgasturbo- lader) vorbereitet und im Februar 2015 abgeschlos- sen. Nach Verkauf der Beteiligung an Gealan (Kunststoffprofile für Fensterrahmen) im Frühjahr gehörten Ende 2014 sieben Beteiligungen (davon sechs Mehrheiten) zum Portfolio, ihr Durchschnittsalter lag bei 22 Monaten. In den kommen- den Jahren können noch bis zu 50 Mio. € in den Ausbau dieses Portfolios investiert werden.

Amoena

Amoena ist der Weltmarktführer bei Prothesen für Frauen nach einer Brustamputation. Das Unternehmen hat als erster Anbieter Silikon- prothesen entwickelt, die in einem besonderen BH oder direkt auf der Haut getragen werden und durch zahlreiche Patente geschützt sind. Spezial- BHs und ein wachsendes Programm an Sport- und Freizeitbekleidung gehören ebenfalls zum Produktspektrum. Der Vertrieb erfolgt über den Sanitätsfachhandel und ausgewählte Einzelhändler. 2014 erzielte das Unternehmen, das in Deutschland und Costa Rica produziert, einen Umsatz von rund 70 Mio. €.

Aqua Vital

Aqua Vital, ein deutscher Marktführer bei Wasserspendern, hat 2014 in das mittelfristige Wachstum investiert: Durch Übernahme des Mitbewerbers revos ist der Marktanteil deutlich gestiegen, außerdem trug die Akquisition maß- geblich zum Umsatzwachstum bei. Im Zuge der Integration werden die Vertriebsorganisation er- weitert, die Logistik optimiert und Best Practices vereinheitlicht. In Österreich wurde eine Auslandsniederlassung eröffnet. Der Umsatz stieg auf 26,4 Mio. € (Vorjahr: 19,2 Mio. €).

Bottega Manifatturiera Borse

Auch die italienische Bottega Manifatturiera Borse, ein Hersteller von Luxushandtaschen, treibt ihre Wachstumsstrategie voran, vor allem bei der direkten Ansprache von Endverbrauchern im Luxusgütermarkt. 2014 erfolgte der Neustart der eigenen Marke „Gianfranco Lotti“, wesentliche Schritte waren: Entwicklung der neuen Markenwelt; Einrichtung der Internetpräsenz; Eröffnung von Flagship-Stores in Paris, Florenz und Chongqing, einer chinesischen Millionenstadt im Landesinneren. Intensive Marketing- und PR-Arbeit zur Durchsetzung der Marke in verbrauchernahen Medien begleitete den Aufbau der strategischen Vertriebsstützpunkte. Parallel dazu stärkte das Unternehmen die Organisation und besetzte wichtige Managementpositionen. Da 2014 das erste Jahr des Markenaufbaus war und sich das traditionelle Geschäft mit der Belieferung von Drittmarken im Luxussektor aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse in einzelnen Absatzmärkten abschwächte, lag der Umsatz mit rund 33 Mio. € nur leicht über dem Vorjahreswert.

CCN

Bei CCN, dem Spezialisten für Turbolader-Komponenten, hat sich das Geschäftsvolumen gegenüber den Vorjahren deutlich auf 72,4 Mio. € erhöht (Vorjahr: 66,5 Mio. €). Nach Stabilisierung der PKW-Absätze am europäischen Markt setzte sich die grundsätzlich positive Nachfragetendenz bei Abgasturboladern wieder durch, die von der Verschärfung von internationalen Verbrauchs- und Emissionsvorschriften angetrieben wird. Die strukturellen und organisatorischen Veränderungen im Unternehmen von 2013/14 greifen, der Neubau einer größeren Fabrik in der Slowakei als wesentliches Investitionsprojekt zur Abdeckung der wachsenden Kapazitätsanforderungen verläuft planmäßig und die 2013 errichtete Produktion in China arbeitet profitabel. Der steigende Auftragseingang deutet auf eine anhaltende Verbesserung der Geschäftsentwicklung hin, die vor allem durch mehr Nachfrage aus Amerika und China getragen wird.

Gealan

Halder hatte im März 2014 den Verkauf der Beteiligung an Gealan 2014 an Veka, den Marktführer bei Fensterprofilen aus PVC in Europa, bekannt gegeben und im Juni abgeschlossen. Der Zusammenschluss ist ein strategischer Schritt zur Konsolidierung des Marktes.

Helmut Klingel

Bei Helmut Klingel, dem Spezialisten für die feinmechanische Bearbeitung hochfester Materialien, war das Geschäft lange auf die Dentaltechnik ausgerichtet. Seit 2013 hat das Unternehmen zusätzliche Anwendungsgebiete für sein Know-how in der Fertigung hochpräziser, komplexer Komponenten in anderen Bereichen der Medizintechnik mit gutem Wachstumspotenzial erschlossen. Die veränderte Ausrichtung wird nach außen mit einem neuen Unternehmensauftritt und der Umfirmierung in „Klingel medical metal“ kommuniziert. Da Auftragsbestand und Neugeschäft nachhaltiges Wachstum erwarten lassen, werden Personalstand wie Fertigungskapazität weiter erhöht. 2014 erzielte Klingel einen Umsatz von 28,8 Mio. € (Vorjahr 26,7 Mio. €).

Keymile

Keymile, ein Anbieter von Zugangs- und Übertragungssystemen für Datennetze, ist eine Minderheitsbeteiligung von Halder. Das Unternehmen ist nach einem Managementwechsel dabei, das bisher stark von Breitbandanwendungen bei Telekom-Kunden geprägte Geschäft mehr auf die Wachstumschancen im Energie- und Transportbereich auszurichten. Die breitere Marktbearbeitung wurde 2014 intensiviert und hat zu höheren Umsätzen in den neuen Zielmärkten geführt. Ausfälle bei Großprojekten lösten gleichzeitig einen Rückgang der Beiträge aus dem Telekom-Sektor aus. Die gegenläufigen Tendenzen führten zu einem Umsatz von 89,1 Mio. € (Vorjahr: 102,3 Mio. €).

Wback

Wback hat die Produktionskapazität planmäßig um rund 50 % ausgebaut, vor allem zur Vorbereitung auf den mittelfristig steigenden Bedarf an Softbrötchen für Hamburger und Hotdogs in der Systemgastronomie. Dieses Marktsegment hat die Erwartungen 2014 nicht ganz erfüllt, da breit publizierte Probleme bei einem wichtigen Franchisenehmer von Burger King die Nachfrage vorübergehend dämpften. Wback hat diese Effekte durch Bindung von Kunden aus anderen Marktbereichen und gutes Neugeschäft mehr als kompensiert. Insgesamt erreichte der Umsatz 2014 50 Mio. € (Vorjahr: 48,5 Mio. €). Für 2015 ist Wachstum aus der weiteren Internationalisierung des Geschäfts mit bestehenden Kunden geplant – mittelfristig besteht an den europäischen Märkten weiteres Potenzial – und im Inland zeichnet sich die Rückkehr der Systemgastronomie zum grundlegenden Wachstumstrend ab.

PRAE-TURBO

Im Februar 2015 investierte Halder in einen MBO bei PRAE-TURBO, einem Hersteller von Verdichterrädern aus Aluminium und Titan für Abgasturbolader. Grundsätzlich ist das Unternehmen im gleichen Marktsegment aktiv wie die bestehende Beteiligung CCN. Die Komponenten von PRAE-TURBO werden im Lufteinlassbereich des Ladesystems eingesetzt, Produkte von CCN arbeiten im Abgasauslass. Trotz unterschiedlicher Herstellungsverfahren und Produkte ist die Zusammenarbeit der Unternehmen beim Aufbau der internationalen Produktion von PRAE-TURBO geplant. 2014 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 53,9 Mio. € (Vorjahr: 45,9 Mio. €).