MBO@Halder

Business as usual

15.1.2016

23 neue Standorte im Ausland eingerichtet, davon fünf neue internationale Fabriken gebaut – das ist eine Möglichkeit zu zeigen, wie die Internationalisierung der Unternehmen im Portfolio von Halder während der letzten Jahre fortgeschritten ist. Man könnte aber auch sagen, dass die Unternehmen mit Unterstützung von Halder schlicht das tun, was getan werden muss, wenn man als Mittelständler Erfolg haben will.

Internationalität ist Pflicht

Hermann Simon ist u. a. für seine Arbeit rund um das Phänomen „Hidden Champions“ bekannt. Er sieht diese Unternehmen, die meist in Marktnischen aktiv sind, o unauffällige, aber einzigartige Produkte herstellen und regelmäßig eine hohe Fertigungstiefe haben, zur internationalen Expansion verurteilt: Ihr Heimatmarkt Deutschland ist auf Dauer zu klein. Diese Mittelständler müssen Auslandsmärkte erschließen – normalerweise erst in (West-)Europa, aber letztlich ist eine weltweit gute Position das Ziel. Nur so kommen sie auf ausreichend hohe Stückzahlen, um Kosten für Forschung und Entwicklung, eine moderne Produktion und Zukunftsinvestitionen zu finanzieren.

Marktstudien wie das Gemeinschaftsprojekt der Beratungsfirma PwC, des Wittener Instituts für Familienunternehmen und der INTES Akademie für Familienunternehmen zum Thema Wachstumsmuster im Mittelstand bestätigen diesen Eindruck mit Stichproben aus der Wirtschaftspraxis. Die 2014 veröffentlichte Studie zeigt, dass die Bearbeitung von Auslandsmärkten anfangs meist durch Direktexport erfolgt, anschließend werden eigene Vertriebsgesellschaften gegründet. Dann ist die Produktion an der Reihe: Die Hälfte der über 400 befragten Unternehmen unterhielt im Ausland eigene Fabriken.

Wie wichtig internationale Märkte sind, zeigen die Umsatzstrukturen: 2011 erzielte knapp jedes vierte Unternehmen mehr als 60% seines Geschäftsvolumens im Ausland, ein Jahr später bereits jedes dritte. Tendenz steigend, denn die meisten Firmen wollten international expandieren.

Hier ist ein Wort zu China angebracht. Erst als kostengünstige Produktionsbasis für den Export in andere Märkte, dann als dynamischer Absatzmarkt gesucht, stellen viele jetzt Fragen zum wirtschaftlichen Potential des Landes – nach innenpolitischen Korrekturen, sinkenden Wachstumsraten und Börsencrash. Bei den Unternehmen der Studie ist China eine feste Größe: Aus Deutschland kommend, sind die meisten in den europäischen Nachbarländern aktiv, aber gut zwei Drittel auch in China – Nordamerika kommt erst auf dem nächsten Platz.

Internationalität ist normal

Was diese Zahlen eigentlich zeigen: Unternehmerisches Engagement in China ist keine Pionierleistung mehr, sondern Teil einer sinnvollen und verbreiteten mittelständischen Geschäftsplanung. Dazu passt ein weiteres Ergebnis der Studie: Geht es nach Umsatz, Rendite, Vermögen und Zahl der Mitarbeiter, waren Unternehmen mit einer international angelegten, organisches Wachstum und Akquisitionen nutzenden Strategie am erfolgreichsten. Wer zuhause blieb, hatte eher das Nachsehen.

Für die Beteiligungspolitik von Halder, die sich auf kleine „Hidden Champions“ und deren Weiterentwicklung konzentriert, schließt sich der Kreis: Die Pioniere im Portfolio, VAG (2004 erste Fabrik in China) und GEKA (2009 Produktion in den USA), gehörten zu den Mittelständlern, die aufgrund von Marktchancen oder vorhandenen Kundenbeziehungen frühzeitig im Ausland produzierten. CCN konnte 2013 die Erfahrung von Halder nutzen, um in China eine Lücke im internationalen Produktionsverbund zu schließen. Das Produktionsnetz von CCN wird jetzt für PRAE-TURBO, die jüngste Beteiligung von Halder, das Sprungbrett für die Internationalisierung der bislang auf Deutschland konzentrierten Produktion. Was vor zehn Jahren im Mittelstand noch ungewöhnlich war, ist heute Business as usual. Und nach wie vor entscheidend für den Erfolg.