MBO@Halder

Fonds

5.7.2016

Halder-GIMV Germany II

Im abgelaufenen Jahr hat Halder mit dem MBO bei PRAE-Turbo zum zweiten Mal im Turbolader-Segment der Automobilzuliefer-Industrie investiert. Die neue Beteiligung wurde Anfang 2016 mit CCN zusammengeführt, um die Unternehmen zu einem weltweit aktiven Spezialanbieter zu entwickeln. Zusätzlich wurde bei Klingel die insgesamt dritte Ergänzungsinvestition für das Portfolio vorgenommen und die Ausrichtung des Unternehmens auf den Sektor Medizintechnik weiter verstärkt.

Insgesamt haben Halders stark international orientierte Beteiligungen, die ca. 65% ihres Geschäfts außerhalb des Heimatmarkts erzielen, die wirtschaftlichen Erwartungen weitgehend erfüllt. Das Geschäftsvolumen stieg um annähernd 4% gegenüber dem Vorjahr und der Betriebsgewinn nahm überproportional zu. Für 2016 planen alle Firmen mit höheren Umsätzen und steigenden Ergebnissen.

Der Wert des immer noch jungen Portfolios – das Durchschnittalter der sieben Beteiligungen lag Ende 2015 bei 34 Monaten – hat sich positiv entwickelt. 2016 lässt die Geschäftsplanung der Unternehmen eine Fortsetzung der positiven Entwicklung erwarten. Darüber hinaus greifen die eingeleiteten Wertsteigerungsmaßnahmen und die mittelfristigen Aussichten für die Realisierung des hohen Potenzials im Portfolio bleiben gut.

Amoena

Amoena, der Weltmarktführer bei Prothesen für brustamputierte Frauen, erzielte einen Umsatz von 72 Mio. € (Vorjahr: 69,5 Mio. €). Das Unternehmen ist auf Silikonprothesen spezialisiert, die in einem besonderen BH oder direkt auf der Haut getragen werden. In den vergangenen Jahren wurde das Produktprogramm durch ein wachsendes Angebot an Sport- und Freizeitbekleidung erweitert, das sich am Markt zunehmend durchsetzt. Die traditionellen Vertriebswege – Sanitätsfachhandel und ausgewählte Einzelhändler – werden schrittweise mit neuen Konzepten ergänzt, zusätzlich wird das Produktangebot über Online-Shops zugänglich. 2016 plant Amoena die Erschließung weiterer Absatzmärkte in Lateinamerika und Indien durch neue Vertriebspartner und sondiert Ergänzungsinvestitionen. Bei Umsatz und Ergebnis wird ein deutliches Plus erwartet.

Aqua Vital

Bei Aqua Vital stieg der Umsatz von 27,4 Mio. € auf 32,2 Mio. €. Treibender Faktor war v. a. das Wachstum bei fest installierten Wasserspendern, denn in diesem Marktsegment verlief das Neugeschäft u.a. durch Gewinnung von Großkunden besonders erfolgreich. Die Integration des 2014 übernommenen Mitbewerbers Revos wurde weitgehend abgeschlossen. 2016 werden sich die Maßnahmen zur Erhöhung der Wertschöpfung wie Produktionsoptimierung und Markteinführung eines neuen Produkts auswirken und die Ergebnisse weiter verbessern.

Booster Precision Components

Booster Precision Components ist Anfang 2016 aus der Zusammenführung der Turbolader-Spezialisten CCN und PRAE-TURBO entstanden, an denen Halder seit 2011 bzw. 2015 beteiligt ist. Bei Abgasturboladern für PKWs wird in den kommenden Jahren eine anhaltend hohe Nachfrage erwartet: Für die Automobilindustrie ist der Einbau von Turboladern in PKW-Motoren ein entscheidendes Mittel zur Einhaltung der weltweit verschärften Emissions- und Verbrauchsvorschriften. Um dieses Potenzial zu nutzen, wird die bisher auf Deutschland konzentrierte, schnell wachsende Produktion von Verdichterrädern bei PRAE-TURBO durch Nutzung der Standorte von CCN in allen großen Absatzmärkten der Welt internationalisiert. In Mexiko läuft die Produktion derzeit an, bis zum Jahresende soll die Fertigung in China folgen. Booster beliefert alle wichtigen Turbolader-Systemanbieter mit Schlüsselkomponenten und erhöht mit zunehmender Internationalisierung seine Wachstumschancen. 2015 lag die Gesamtleistung (pro forma) bei 133 Mio. € (Vorjahr: 129,4 Mio. €), für 2016 wird eine deutliche Steigerung erwartet.

Keymile

Keymile, eine Minderheitsbeteiligung aus dem Datenkommunikationssektor, „erfindet“ sich seit 2014 neu: Das zuvor auf große internationale Telekom-Anbieter ausgerichtete Geschäft mit Zugangs- und Übertragungssystemen für Breitbandnetze wird zunehmend auf Unternehmen mit eigener Netzinfrastruktur ausgerichtet, u.a. im Energie- und Transportsektor. Diesen Kunden bietet Keymile ausfallsichere Systeme zur technisch einfachen und wirtschaftlich günstigen Modernisierung ihrer Netze. Zusätzlicher Nutzen entsteht aus einer besonders hohen Datensicherheit von Keymile-Produkten, die in der aktuellen Entwicklungsstufe durch Quanten-Verschlüsselung realisiert wird. Infolge der erfolgreichen Ausrichtung auf anwendungskritische Systeme blieb der Umsatz von 2015 mit annähernd 91 Mio. € stabil, 2016 wird sich die Konsolidierung fortsetzen.

Helmut Klingel

Die Strategie von Klingel zielt darauf, bei wachsendem Gesamtumsatz mittelfristig 75% des Geschäfts im Medizintechnik-Markt zu erzielen. Kunden aus diesem Sektor bieten traditionell gutes Outsourcing-Potenzial – für einen Hersteller von Präzisionsbauteilen aus hochbelastbaren Werkstoffen ein attraktiver Markt. Zum Jahreswechsel 2015/2016 hat Klingel ein Familienunternehmen mit komplementärem Produktprogramm übernommen, das ebenfalls auf den Medizintechnik-Sektor ausgerichtet ist. Seine Umsatzbeiträge werden im Übergangsjahr 2016 das Auslaufen einiger Kundenbeziehungen kompensieren, bis das bereits eingeleitete Neugeschäft ab 2017 weitere Zuwächse ermöglicht. 2015 erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 31,8 Mio. € (Vorjahr: 28,8 Mio. €).

Bottega Manifatturiera Borse

Seit 2014 setzt Bottega Manifatturiera Borse, ein italienischer Hersteller von Luxushandtaschen, Schritt für Schritt den Neustart seiner Marke „Gianfranco Lotti“ um: Nach Eröffnung von Flagship-Stores in Paris und Florenz wurden im Berichtsjahr vier neue Geschäfte eröffnet. 2016 kommen voraussichtlich 13 zusätzliche Shops in der Golfregion und in Asien hinzu – die Präsenz in den Heimatmärkten und bevorzugten Reiseländern wichtiger Kundengruppen wird deutlich breiter. Die Umsetzung der Strategie, Abhängigkeiten vom rückläufigen Geschäft mit bestehenden B2B-Kunden zu verringern, macht damit deutliche Fortschritte. Zusätzlich haben Verhandlungen mit neuen B2B-Kunden ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, 2016 wird sich der Geschäftsverlauf voraussichtlich positiv entwickeln.

Wback

Wback, der größte Hersteller von Hamburgerbrötchen in der EMEA-Region, ist wieder auf dem Sprung: 2014 wurde die Produktionskapazität zur Vorbereitung auf mehr Nachfrage aus der deutschen Systemgastronomie stark erweitert. Als der Nachfrageschub zeitweise ausblieb, stieß das Unternehmen erfolgreich in andere Marktsegmente vor. Dann wurden Verpackung und Logistik am Hauptstandort Bönen den Anforderungen der neuen Kunden angepasst – diese Maßnahmen werden im Frühjahr 2016 abgeschlossen. Zurzeit werden außerdem Expansionsprojekte im westeuropäischen Ausland geprüft. 2015 ist der Umsatz auf 58,9 Mio. € gestiegen (Vorjahr: 50 Mio. €).

Halder-GIMV Germany

Ende 2015 hatte der Fonds (Auflegung: 2003) unter Berücksichtigung der Rückflüsse für das abgelaufene Jahr einen Restwert von 3,6 Mio. € (Vorjahr: 7,3 Mio. €). Dieser Wert bezieht sich vor allem auf Verkäuferdarlehen, die bei Exits aus dem Portfolio gegeben worden waren. Die Nettorendite (net IRR) stieg auf 33% (Vorjahr 32,9%), der Gesamtwert im Verhältnis zum eingezahlten Kapital (Total Value to Paid in Capital) lag bei 1,9x (Vorjahr: 1,9x).