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ADAs nächste Station: Hongkong

29.6.2010

Eine klare „Mission“: „Die Preise für Hotelkosmetik in Asien liegen deutlich unter dem europäischen Niveau. Lokale Präsenz wird immer wichtiger und ist bei internationalen Ausschreibungen häufig Bedingung.“

So hat es Wilhelm B. Könning, Vorsitzender der ADA-Geschäftsführung, formuliert. Daher hat das Managementteam den führenden Anbieter von Hotelkosmetik im deutschsprachigen Raum seit dem Management Buy-Out mit Halder stärker auf internationale Märkte ausgerichtet – zuerst mit Blick auf Europa, dann in Richtung Asien.

Daran hat auch die letzte Wirtschaftskrise nichts geändert: Am 25. November 2009 erreichte ADA ein wichtiges Etappenziel und übernahm die Einkaufs- und Vertriebsgesellschaft Formia Guest Supplies Ltd. in Hongkong, die bis 2008 zur deutschen Günter-Guest-Supplies-Gruppe gehört hatte. Formia-Geschäftsführer Roland Grohmann arbeitet seit 25 Jahren in der Branche, davon mehr als 15 Jahre für die Günter-Gruppe. Der Asienexperte ist jetzt ebenfalls an ADA beteiligt und bleibt als Geschäftsführer aktiv. Das ADA-Team ist von der neuen Konstellation so überzeugt, dass es seine Kapitalbeteiligung auf 17% erhöht hat.

Halder hat die Übernahme von Formia aus dem Fonds Halder GIMV Germany finanziert – und viel Zeit in diese Erweiterungsinvestition gesteckt. Marcel van Wijk und Fabian Walesch, die ADA seitens Halder betreuen, schätzen den Aufwand für die Transaktion auf vier Mannmonate – kaum weniger als bei einer neuen Beteiligung.

Investor und Management haben sich klare Ziele gesteckt. Van Wijk: „Die Wettbewerber kaufen ihre Hotel-Amenities – also Artikel wie Slipper oder Kosmetikpads – in Asien. Für diesen Bereich wird ADA den Einkauf auf Formia verlagern, um nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben. Flüssigprodukte für den europäischen Raum werden jedoch nach wie vor in Deutschland hergestellt.“

Neue Beschaffungswege verbessern auch ADAs Spielraum bei Ausschreibungen internationaler Hotelfirmen – hier werden die Konditionen wesentlich vom Wettbewerb der Anbieter bestimmt. Mittelfristig sollen natürlich auch die Umsätze in Asien selbst steigen und für die Aufbauphase hat ADA einen Top-Vertriebsmann mit Asienerfahrung nach Hongkong geschickt.

Auf diesem Weg zählen auch „weiche“ Faktoren. „Halder hat inzwischen einiges an internationaler Erfahrung“, resümiert Walesch. „Es zeigt sich immer wieder, wie wichtig kulturelles Verständnis, gute lokale Beziehungen und ein Team sind, das aus dem Land selbst kommt. Wenn dieses Team wie bei Formia deutsches Management kennt und beide Seiten wissen, wie sie richtig miteinander umgehen, nimmt das viel Risiko aus dem Engagement.“

Die Warenkette von ADA wird durch das höhere Einkaufsvolumen in Asien, mehr international operierende Kunden und längere Transportwege zu künftigen asiatischen Kunden komplexer. Darauf hat sich das Unternehmen eingestellt: Seit Anfang 2009 kümmert sich ein Supply-Chain-Manager in der Kehler-Zentrale um diesen Aspekt des Geschäfts. Damit auch in Zukunft gilt, was ADA-Geschäftsführer Könning als wichtiges Plus beschreibt: „ADAs Vorteil ist die Servicequalität und unsere Supply Chain funktioniert zuverlässig – auch in der Rezession.“