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Braun neuer Alukon-Chef

25.1.2011

Führungswechsel beim Bauelemente-Spezialisten in Konradsreuth: Klaus Braun löst Volkmar Döring ab, der zehn Jahre an der Spitze des Unternehmens stand. Der scheidende Chef will sich beruflich verändern und strebt eine Beratertätigkeit an.

Konradsreuth - Der neue Alukon-Chef Klaus Braun, der die Geschäftsführung vom 31. Januar an übernimmt, ist ein Branchenkenner. Er war zuvor beim Spezialisten für Aluminium-Profilsysteme Heroal tätig und kommt damit von einem Konkurrenten der Konradsreuther Firma (siehe Infokasten). „Ich freue mich, dass wir ihn für diese Position gewinnen konnten. Er genießt unser volles Vertrauen“, sagt Volkmar Döring im Gespräch mit der Frankenpost.

Döring steigt damit vorzeitig aus seinem Vertrag aus, der ursprünglich bis Ende 2011 lief. Ihm, Döring, sei es wichtig gewesen, die Nachfolge frühzeitig zu regeln. Deshalb habe für ihn von vornherein festgestanden, dass er vorzeitig den Stab übergeben werde, „wenn wir den richtigen Mann gefunden haben“. Der 53-jährige Döring sucht nach zehn Jahren bei Alukon noch einmal eine neue berufliche Herausforderungen. Er will künftig mittelständische Unternehmen beraten und sich damit einen lange gehegten Wunsch erfüllen. „Mit diesem Gedanken spiele ich seit vielen Jahren. Ich glaube, dass ich mir später immer Vorwürfe machen würde, wenn ich diesen Schritt nicht gewagt hätte“, sagt Döring.

Auf Wachstumskurs

Das vergangene Jahr ist nach seinen Worten „zufriedenstellend“ verlaufen. Alukon habe seinen Umsatz im Vergleich zum Krisenjahr 2009 um 5 Prozent auf 70 Millionen Euro gesteigert. Mehr als 50 Prozent der Erlöse erwirtschaftet das Unternehmen Döring zufolge auf ausländischen Märkten. Zu Gewinnkennzahlen äußerte er sich lediglich wie folgt: „Wir müssen uns im Branchenvergleich nicht verstecken.“ In diesem Jahr will der Konradsreuther Bauelemente-Spezialist, der etwa 300 Mitarbeiter beschäftigt, bei Umsatz und Ertrag nochmals zulegen. Die Chancen stünden gut, betont der Firmenchef.

Alukon habe sein Produktportfolio erheblich vergrößert. Döring nennt neben Aluminium-Rollläden integrierte Insektenschutzsysteme und spezielle Dämmsysteme, die den Wärmeverlust deutlich reduzieren als Beispiele. Das Thema Energiesparen werde bei der Produktentwicklung auch weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen.

Die demografische Entwicklung in Oberfranken erfordere eine dauerhafte Strategie, um für den Wettbewerb um gute Mitarbeiter gerüstet zu sein. „Personalplanung hat bei uns höchste Priorität“, betont Döring. So präsentiere sich das Unternehmen beispielsweise regelmäßig bei Ausbildungsmessen. 20 junge Menschen absolvieren derzeit bei Alukon eine Ausbildung in einem technischen oder kaufmännischen Beruf. „Wer gut ist, wird auch übernommen“, unterstreicht der Geschäftsführer.

Der Hauptgesellschafter von Alukon, der Private-Equity-Investor Halder, habe auch in schwierigen Zeiten hinter dem Unternehmen gestanden, sagt Döring. Die Private-Equity-Branche ist in Deutschland spätestens seit dem bekannten Zitat des früheren SPD-Spitzenpolitikers Franz Müntefering umstritten. Müntefering sprach von „verantwortungslosen Heuschreckenschwärmen, die im Vierteljahrestakt Erfolg messen, Substanz absaugen und Unternehmen kaputtgehen lassen, wenn sie sie abgefressen haben“. Private Equity heißt übersetzt außerbörsliches Eigenkapital und ist damit eine spezielle Form der Unternehmensbeteiligung, die im anglo-amerikanischen Raum ihren Ursprung hat. Der Investor stellt Eigenkapital nicht über die Börse, also durch den Kauf von Aktien, sondern über eine Kapitalbeteiligungsgesellschaft zur Verfügung. Zielgruppe sind meist kleine und mittelständische Unternehmen. Zur Anlagestrategie vieler Private-Equity-Gesellschaften gehört es, viel Fremdkapital einzusetzen, um eine Hebelwirkung und damit attraktive Renditen zu erzielen.

Keinen Cent

Der Alukon-Hauptgesellschafter Halder hat nach Angaben von Döring während seines Engagements „niemals einen Cent aus dem Unternehmen herausgezogen“. Das sei schon aufgrund des Gesellschaftsvertrags nicht möglich. Zudem habe Alukon in den vergangenen Jahren kontinuierlich investiert. Daran zeige sich, dass der Hauptgesellschafter eine dauerhafte Strategie unterstütze. Allerdings sagt Döring über die Private-Equity-Branche: „Es wäre schön, wenn die Renditeerwartungen nicht so hoch wären.“

Klaus Braun freut sich nach eigenem Bekunden auf seine Arbeit bei Alukon. Er sei bislang stets in Familienunternehmen tätig gewesen. Die Aufgabe bei Alukon mit einem Private-Equity-Investor als Hauptgesellschafter sei für ihn eine neue reizvolle Herausforderung, sagt der künftige Geschäftsführer.

Quelle: Frankenpost