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CCN eröffnet Standort Taicang

5.10.2013

Der Produktionsverbund des französischen Spezialisten für Präzisionsbauteile, die in Abgasturboladern verbaut werden, ist komplett: Jetzt werden die drei großen Automobilmärkte der Welt – Amerika, Europa und Asien – aus eigener, lokaler Produktion bedient.

Mitte Juni war es so weit: CCN eröffnete seine Fabrik in Taicang, einer Hafenstadt an der chinesischen Ostküste, etwa 60 km nordwestlich von Schanghai entfernt. Halder als Mehrheitsgesellschafter kennt den Standort gut, denn ab 2003 hatte der Großarmaturenhersteller VAG, eine ehemalige Portfoliogesellschaft, dort einen Produktionsstandort mit inzwischen 240 Mitarbeitern aufgebaut. Die ausgezeichnete Kenntnis der regionalen Verhältnisse war ein Grund für die Ansiedlung in Taicang. Die Stadt mit rund einer halben Million Einwohnern ist bei internationalen Unternehmen beliebt, und wichtige Kunden von CCN, z.B. Honeywell, haben sich in der Nähe etabliert. Noch ein Argument für das Unternehmen, sich ebenfalls dort anzusiedeln.

China ist weltweit der drittgrößte Automobilmarkt, die meisten wichtigen Fahrzeughersteller und ihre großen Zulieferer produzieren lokal. CCN hat nachgezogen und mit der neuen Fabrik sein internationales Produktionsnetz komplettiert: Bisher produzierte das Unternehmen bereits an der mexikanisch-amerikanischen Grenze für den nordamerikanischen Markt, Europa wird vom Stammsitz in Frankreich und aus der Slowakei bedient.

Ein zukunftsweisender Schritt

Halder hatte sich im Juli 2011 an CCN beteiligt und dabei eine Nachfolgelösung für Yves Clarino, einen der Firmengründer, realisiert. Clarino arbeitete letztlich mit Halder zusammen, weil er darin den richtigen Partner für den notwendigen Schritt seines Unternehmens nach Asien gefunden hatte: Ursprünglich war Indien die Präferenz, aber nach Prüfung aller Optionen fiel die Entscheidung für China. Im Herbst 2012 erteilten die chinesischen Behörden die Genehmigung für den Geschäftsbetrieb der CCN Automotive Precision Components (Taicang) Co., Ltd. genannten Tochtergesellschaft. Sie mietete ein Gebäude mit 2.400 m2 Produktions- und Bürofläche an und begann parallel zur Anschaffung von Produktionsanlagen mit der Personalsuche.

Bei den Produkten von CCN, z.B. Schaufelräder und Wellen, geht es um Qualität. Nur höchste Präzision stellt sicher, dass ein Turboladersystem den mechanischen und Temperaturbelastungen im Fahrbetrieb standhält und die strikten Anforderungen an die Reduktion von Treibstoffverbrauch bzw. Schadstoffausstoß erfüllt. Als Voraussetzung für ein von Anfang an hohes Qualitätsniveau hat CCN nicht nur Best Practices aus dem Produktionsverbund, sondern auch entsprechende Maschinen und Prozesse nach China übertragen: In Taicang werden die gleichen CNC-Anlagen, Schweißmaschinen und Messgeräte wie in Mexiko und Europa verwendet, das Management arbeitet mit den gleichen Informationssystemen, in die alle Standorte einbezogen sind (SAP).

Erwartungen der Kunden erfüllt

Homogene Produktionsstrukturen erleichtern nicht nur den Start der Fertigung, weil auf die Erfahrung anderer Standorte zurückgegriffen werden kann. Sie sind auch aufgrund der weltweiten Standardisierung von Bauteilen in der Automobilindustrie erforderlich – die Kunden prüfen, ob eine Fertigungsplattform die vereinbarte Produktqualität liefern kann, und nehmen Fabriken formell ab. In Taicang sind Probeläufe und Kundenabnahmen im Gang und nach der offiziellen Fabrikeröffnung am 19. Juni 2013 wird die Serienproduktion im zweiten Halbjahr mit 25 Mitarbeitern und chinesischem Management anlaufen. Bis zum Jahresende sollen die Stückzahlen schrittweise erhöht werden. Die Ziele sind anspruchsvoll: Ausgehend vom aktuellen Auftragsbestand plant CCN China mittelfristig einen zweistelligen Umsatz.