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Mehr Eigendynamik

15.4.2014

Der Mittelstand stellt über 90% der Unternehmen in Deutschland und umfasst nahezu alle Bereiche der Wirtschaft. Trotz unterschiedlichster Branchenherkunft haben viele erfolgreiche Mittelständler eine Reihe gemeinsamer Merkmale, z.B. kontinuierliche Innovation. Der Umkehrschluss lautet, dass der Stand von Produktangebot, -anlagen und -verfahren im Mittelstand ein Indikator für die Leistungsfähigkeit der gesamten Wirtschaft sein kann.

Innovationstätigkeit im Mittelstand sinkt

Das KfW-Mittelstandspanel für 2013 kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Innovationstätigkeit der kleinen und mittelgroßen Firmen nach der Finanz- und Wirtschaftskrise noch nicht erholt hat: Großunternehmen haben ihre Innovationsausgaben zwischen 2006 und 2012 um fast 18% auf rund 105 Mrd. € erhöht, im Mittelstand erreichen die Budgets rund ein Fünftel dieses Werts und stagnieren in den letzten Jahren auf diesem Niveau. Bemerkenswert daran sind weniger die Beträge als viel mehr die Tendenz.

Die Entwicklung im Mittelstand wird noch deutlicher, wenn man sich das Verhältnis zwischen Innovationsausgaben und Umsätzen ansieht. Nach Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sind die Innovationsbudgets von Großunternehmen seit 1995 von 3% auf 4,5% (2012) des Geschäftsvolumens gestiegen, im Mittelstand hat sich die Quote mit zuletzt 1,6% nahezu halbiert.

Zu den Gründen für den Negativtrend gehören die Abschwächung des Wirtschaftswachstums seit der Krise, der geringere Finanzierungsspielraum der Unternehmen und die eingeschränkte Verfügbarkeit von Krediten während der Anpassung des Bankensektors an neue Eigenkapitalvorschriften. Neue Finanzierungsinstrumente haben die Innenfinanzierung und klassische Bankkredite seit einigen Jahren ergänzt – z.B. der neue Markt für Mittelstandsanleihen. Aber in den letzten Monaten hat die Kritik an gerade diesem Segment des Kapitalmarkts zugenommen, eine Ausfallquote von fast 15% und ein vergleichsweise hohes Zinsniveau sind klare Indikatoren für die Risiken.

Erfolg nährt Erfolg

Bei solchen Rahmenbedingungen ist Größe ein Vorteil: Nicht nur im Vergleich mit Großunternehmen, auch im Mittelstand selbst wird die Innovationstätigkeit bei größeren Firmen weniger vom Konjunkturverlauf beeinflusst, kleinere Firmen reagieren stärker darauf. Hier schließt sich der Kreis: Erfolgreiche Mittelständler haben an ihren Märkten eine Spitzenposition erreicht, die zur Plattform für noch mehr Erfolg wird. Beispiel ADA Cosmetics, eine frühere Portfoliogesellschaft von Halder. Das Unternehmen gehört zu den Marktführern in Europa und investiert seit Jahren Millionenbeträge in die Automatisierung der Produktion. Aus Prozessinnovation entstehen Produktivitätssteigerungen, höhere Produktivität führt zu Wettbewerbsvorteilen und Wettbewerbsvorteile verbessern die Wachstumschancen.

Die Liste lässt sich im aktuellen Portfolio von Halder fortsetzen: Aqua Vital wächst u. a. aufgrund innovativer Hygienetechnik seiner Geräte; Taschenhersteller Bottega Manifatturiera Borse (BMB) „erfindet“ Jahr für Jahr große Teile seiner Kollektion neu; Turbospezialist CCN fertigt immer leichtere und stärker belastbare Bauteile, die letztlich das Emissionsverhalten von Verbrennungsmotoren verbessern; Fensterprofilhersteller Gealan entwickelt Systeme, die bei geringerem Gewicht einfacher zu verbauen sind und Wärmedämmung auf Passivhausniveau bieten; Wback investiert in hochmoderne Produktionsanlagen, um Kunden just in time mit Brötchen zu versorgen.

Ein Private-Equity-Investor als Gesellschafter ist gerade für erfolgreiche Mittelständler eine Option mit Zukunft: Er fördert Professionalität und bessere Unternehmensstrukturen, stellt erfahrene Beiräte und Kapital zur Verfügung. Unternehmen werden dadurch nicht unabhängig von Konjunktur und Kapitalmarkt, aber sie haben mehr Kontrolle über die Entwicklungsdynamik und können ihre Ziele besser erreichen.